Ich habe in einer Forschungsliteratur das Wort “Provinzler” gelernt und möchte es auch in meiner Arbeit über E.T.A. Hoffmann benutzen. Hier einige Zitate aus dieser Literatur:
- Beide Doppelbegabungen kommen als Provinzler nach Berlin und haben das Großstadtleben als mächtige Bewusstseinserweiterung erlebt.
- Beide Autoren haben aber in ihren Werken nicht nur die subjektiven Erlebnisse von nach Berlin übersiedelten Provinzlern verdichtet, sondern auch als Chronisten die objektiven Wirklichkeiten Berlins in ihren Texten aufgezeigt.
Hier “beide” weist auf E.T.A. Hoffmann und Wilhelm Raabe hin.
Aber als ich das Wort im Wörterbuch nachschlug, bin ich jetzt nicht sicher, ob es geeignet ist.
Nach Duden lautet Provinzler
männliche Person, deren Denkart provinziell (1) ist
DWDS gibt eine relativ ausführliche Erklärung, dass ein Provinzler ist
jmd., der in der Provinz wohnt, Mensch mit kleinstädtisch beschränktem Gesichtskreis.
Es bewertet dieses Wort als “abwertend”.
Die Figuren, die ich mit “Provinzler” beschreibe möchte, stammen meisten aus einem unbekannten Ort und kommen später zu einer Stadt. Das Stadtleben ist auf jeden Fall ein echter Schock für sie.
Aber ich möchte diese Figuren nicht als ungehobelte Personen wie “Banause” oder “Hinterwäldler” bezeichnen. Denn solche Figuren verfügen über eine ausreichende Wissensbasis und ästhetisches Talent.
Deshalb denke ich an ein anderes Wort - “Fremder”. Dies klingt aber zu umfassend und scheint nicht direkt mit dem Konzept der Stadt verbunden zu sein.